Ein Besuch in der Gedenkstätte Hohenschönhausen Tim Woitschach

Am Mittwoch den 12.06.2013 um 10 Uhr besuchten wir das ehemalige DDR-Gefängnis Hohen­schön­hausen. Unser Museumsführer hieß Ronny Santos und verstand es sehr gut unsere Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Er erklärte sehr lebhaft und hatte wirklich Spaß daran das DDR-Gefängniswesen uns näher zu bringen. Er selbst verbrachte einen Monat in einem anderen Gefängnis. Das Gefängnisgelände selbst ist sehr groß und besitzt einen alten Trakt und einen neueren. Am beeindruckendsten war der Keller im alten Trakt. Die unglaubliche Monotonie und der harte Alltag für die damaligen Insassen erschreckten uns sehr. Die Zellen bestanden aus einer uralten Holzpritsche und einem Eimer für die Notdurft, sonst nichts. Unsere Führung dauerte insgesamt anderthalb Stunden und hätte durchaus auch länger sein können, da wir alle sehr interessiert waren. Insgesamt war es ein sehr interessantes und spannendes Erlebnis und es hat sich definitiv gelohnt die Gedenkstätte zu besuchen.

Reichstagskuppel

Gefängniszelle im Neubau
(Bildrechte: Gedenkstätte Hohenschönhausen)

  Berlinfahrt  11.6.-16.6.2012 Nina Stephan

 Wie die Berlinfahrt 2012 von Schülerinnen und Schülern aufgenommen worden ist, kann man im folgenden Bericht von Nina Stephan nachlesen.

Nach einem dreiviertel Schuljahr darauf hinfiebern war es endlich soweit: Die Berlinfahrt der Stufe 10. Dieses Jahr sollten zum ersten mal auch alle fünf Klassen in einem Hostel wohnen.

Am Montagmorgen gegen 8 Uhr fanden sich ca. 160 Schüler, 12 Lehrer und 3 Busfahrer am ZOB in Jever ein. Nach einer Viertelstunde Einladen, Verabschieden und Sitzplatz suchen ging die achtstündige Busfahrt mit Stau und eigentlich nur zwei geplanten Pausen los. Der Bus der 10b & c kam als letzter an, da die Schüler solange gejammert hatten, bis noch zwei Pausen eingelegt wurden. Aber das Zuspätkommen lag ja nur am Kofferanhänger den der Bus ziehen und weswegen er langsamer fahren musste.

Reichstagskuppel

Im Inneren der Reichstagskuppel

Nach dem Ankommen ging das Zimmerverteilen los, und wie in jedem Jahr waren alle erschrocken über den Zustand der Zimmer, der Betten und dem Hostel insgesamt. Das Hostel sah nun wirklich nicht einladend aus und es wurde bekannt, dass es nächstes Jahr abgerissen werden würde. Es waren drei wunderschöne hell braune Plattenbauten inmitten von Kreuzberg, aber ein großes Problem war, vor allen anderen: Es gab pro Etage nur eine Gruppensanitäranlage! Nachdem dies als Realität bestätigt worden war (unsere Lehrer hatten das schon einen Monat vorher angesprochen, zu dem Zeitpunkt wollte das aber noch keiner wahrhaben) und dem Auspacken und Bettenbeziehen, mussten schon alle um halb sechs zum Abendessen antanzen. Da kam auch schon das nächste Übel: Hostelessen. Das ist ja bekanntlich nicht wie bei Mutti zu Hause. Gut, je nach Geschmack wurde das einfach ignoriert und man hat sich lieber mit den Resten vom Essen für die Hinfahrt begnügt. Nun ging es direkt mit der U-Bahn, die wirklich kein Problem darstellte, los zum Bundestag. Da durften wir in den Plenarsaal, wo uns ein netter Herr was über den Ablauf und Aufbau der dort abgehaltenen Sitzungen erzählte und geduldig all unsere Fragen beantwortete. Nach einer halben Stunde konnten wir dann auch endlich auf die Reichstagskuppel und danach bis 12 Uhr durch Berlin streunen und erste Eindrücke sammeln.

 

Dienstag morgen wurde immer noch über die Wohnumstände gejammert, aber man begann sich damit und auch mit den Gruppensanitäranlagen abzufinden. Kurz nach dem Frühstück wurden alle Klassen wieder in ihre Busse verladen, um eine Stadtrundfahrt durch Berlin zu machen. Das war sehr informativ, aber auch gut, um verlorene Schlafstunden wieder gut zu machen. Um halb eins durften wir dann wieder machen, was wir wollten, bis drei Uhr. Da war das Naturkundemuseum angesetzt, dass zu der Zeit auch eine Ausstellung über Tierarten, die in der Stadt leben und wie sich deren Leben gestaltet, zeigte. Damit das Kulturprogramm auch erfüllt ist, ging es um acht Uhr ins Kabarett, von dem sich viele etwas anderes vorgestellt hatten und positiv überrascht waren.


Die Klagen über das Hostel waren am Mittwoch ganz verschwunden und alle waren eigentlich schon seit Jahren hier zuhause. Als erstes stand die Topographie des Terrors auf dem Tagesplan. Das ist eine Ausstellung über die Zeit der NS-Diktatur. Sie befindet sich an dem Ort, wo früher die Zentrale der Gestapo, der SS und des Reichssicherheitshauptamtes war. Direkt im Anschluss ging es ins DDR Museum, was sehr schön als interaktives Museum gestaltet ist und stetig weiter ausgebaut wird. Danach hatten wieder alle frei, was erstmal zum Ausruhen und Kräftesammeln für die Fanmeile genutzt wurde. Das Fußballspiel wurde von allen an den verschiedensten Publicviewingorten gesehen und hat viele Eindrücke hinterlassen.

Das Museum am Donnerstag konnte jeder selber wählen, sodass man erst abends wieder gemeinsam zur Volksbühne ging um dort den Geizigen von Molière aufgeführt zu sehen. Eine Aufführung, der es an Obszönität, Sexismus und Vulgarität nicht mangelte. Dies führte dazu, dass uns Herr Strybny nach zwei Stunden des Schreckens, Schlafes und Wunderns frei stellte sich die folgenden drei Stunden des Stückes ohne weitere Pause anzusehen. Er blieb als einziger und kam vollkommen normal zurück. Dieser Theaterbesuch hat bleibende Eindrücke bei allen Teilnehmern hinterlassen.


Am Freitag ging es ins ehemalige Arbeitslager Sachsenhausen, das die Nationalsozialisten etwas außerhalb von Berlin errichtet hatten. Der Besuch dort war sowohl bedrückend, als auch informativ und man war froh, sich nach der Rückkehr in Berlin noch ein wenig ablenken zu können.


 
Moliére

Kein Mangel an Obszönität, Sexismus und Vulgarität...
wenn das Molière wüsste


Samstag morgen schleppte sich ein müder, aber vollzähliger Haufen in die Busse, was zu einer sehr entspannten und ruhigen Rückfahrt, ohne zusätzliche Pausen, führte. Man freute sich schon auf sein eigenes Bett, den Kühlschrank und das Ausschlafen. Als man mit einer Stunde Verspätung ankam war die Wiedersehensfreude groß. Und unsere Lehrer entspannten sich auch langsam, nachdem alle Schüler gesund und munter mit nach Hause gefahren waren.
Insgesamt war die Woche unvergesslich und eindrucksvoll. Wir hatten bis auf den Abreisetag schönes Wetter und die Dramen hielten sich in Grenzen. Man hat viel gesehen und auch mal das Großstadtleben kennen gelernt. Dass alle Klassen in einem Hostel waren, hat keine Probleme herbeigeführt, sondern lediglich die Gruppendynamik der gesamten Stufe gestärkt.

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