2004 wird eine Steigerung von ca. 50 % der installierten Leistung von Photovoltaikanlagen erwartet
Die Leistung neu installierter Photovoltaikanlagen, mit denen auf direktem Wege elektrischer Strom aus Sonnenlicht erzeugt wird, war von 83 Megawatt im Jahr 2002 auf 153 Megawatt im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt waren in Deutschland Ende 2003 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 408 Megawatt installiert und haben 256 Megawattstunden Strom erzeugt, ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung lag damit bei 0,05 Prozent.
Förderung
Wesentlicher Auslöser für die guten Solargeschäfte sind die zum 1. April 2004 noch einmal deutlich erhöhten Vergütungssätze für den ins Netz eingespeisten Solarstrom. Während zuvor Solaranlagen im Rahmen des 100000-Dächer-Programms zinsgünstige Kredite gewährt und über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine einheitliche Vergütung von 45,7 Cent je Kilowattstunde garantiert wurden, erhalten die Betreiber von Photovoltaikanlagen je nach Standort und Größe heute zwischen 45,7 und 62,4 Cent je Kilowattstunde von dem für sie zuständigen Netzbetreiber. Die niedrigsten Erlöse werden für so genannte Freiflächenanlagen gewährt; hier stehen die Solarmodule auf Brachflächen oder nicht mehr benötigtem Deponiegelände. Den höchsten Vergütungssatz erhält, wer die Solarmodule in die Hausfassade integriert. Die Vergütung wird 20 Jahre lang bezahlt. Dabei werden die Mindestvergütungen vom 1. Januar 2005 an für Neuanlagen jährlich um 5 Prozent sinken.
Aufgrund der im EEG garantierten Vergütungssätze rechnet der Bundesverband Solarindustrie mit einem fortgesetzten dynamischen Marktwachstum von jährlich 25 Prozent
Großanlagen
Vor allem solare Großanlagen mit Leistungen von mehr als einem Megawatt werden neben Kleinanlagen auf Privathäusern (Leistung bis 10 Kilowatt) und Anlagen auf Gewerbebetrieben (Leistungen von 30 bis 50 Kilowatt) immer wichtiger werden. So rechnet die Solarbranche damit, dass bis Ende 2005 etwa ein Drittel des Marktvolumens durch Großanlagen abgedeckt sein wird. Da in diesen bis zu 20 Fußballfelder großen Anlagen mehrere hundert Standardmodule verbaut werden, hofft man durch rationellere Fertigungsverfahren auf weiter sinkende Investitionskosten. Derzeit sind bereits acht Solargroßanlagen mit einer Leistung von mehr als einem Megawatt am Netz. Die größte bisher gebaute Anlage mit einer Leistung von 4 Megawatt steht in Hemau in Bayern.
Aussichten
Trotz der insgesamt guten Ausgangslage werden die kommenden Monate für die Solarproduzenten nicht einfach. Vor allein japanische Hersteller wie Kyocera und Sharp drängen auf den deutschen Markt und drücken die Margen. Bis Ende des Jahres rechnet man hei Solarzellen mit einer Kapazität von rund 250 Megawatt, was einer Verdoppelung gegenüber 2002 entspricht.
In den kommenden Jahren sieht die Phoovoltaikindustrie gute Exportchancen vor allem in Ländern, die ähnlich wie Deutschland attraktive Förderungen anbieten. Mittelfristig setzt man jedoch auf den Export in sonnenreiche Länder, in denen es mit dieser Technik möglich werden soll, speziell während der heißen Mittagsstunden Spitzenlaststrom für den Betrieb von Klimatisierungsgeräten zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten zu können. Bis dieses Ziel erreicht ist, müssen die Preise für Solarzellen und Solarmodule noch deutlich sinken.
Stand:Juni 2004
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