Physikprojekt 2003-2005

 
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Erneuerbare Energien



Energie ist kein cooles Thema, es ist ein heißes.

"Nur nicht anfassen" lautet daher die heimliche Verabredung in Deutschland. Denn Energie bedeutet Risiko und Konflikt. Explosionen in Kohlegruben, sinkende Öltanker, Atomwaffen in der Hand von Diktatoren deuten auf den Ernst des Sujets hin - ebenso ein bevorstehender Krieg, zu dessen Gründen die Tatsache zählt, daß die irakischen Ölquellen zugleich Machtquellen sind.
Deutschland importiert rund zwei Drittel seiner Primärenergieträger, vor allem Erdöl und Erdgas. Und wo liegt der Löwenanteil der weltweiten Öl- und Gasreserven? Rund um den Persischen Golf und das Kaspische Meer. Ähnlich wie Deutschland geht es Europa als Ganzem.
Energiepolitik ist Weltpolitik. In knapp fünfzig Jahren dürfte die Weltbevölkerungszahl ihr Maximum erreicht haben (bei acht, zehn oder zwölf Milliarden), und das vermutlich in einer Welt, in der viele Länder aufgrund hoher Wachstumsraten einen enormen Energiehunger werden stillen müssen, vor allem den Hunger nach Strom. Der Energieverbrauch wird sich wohl vervierfachen, der Stromverbrauch noch schneller steigen. Später einmal mag die Bevölkerungszahl wieder sinken, doch wer weiß, wie viele Länder dann den Wachstumspfad eingeschlagen haben werden?
Der weltweit wachsende Energiebedarf ist ein politisches und ökologisches Problem, das die Sicherheit auch der reichen Gesellschaften berührt, deren Bedarfskurve nur flach ansteigt. Der wachsende globale Bedarf muß so gedeckt werden, daß die Umwelt geschont wird - und es nicht zu kriegserzeugenden Knappheiten oder Ungleichgewichten kommt.



Der beste Freund der Brennstoffzelle wäre ein Kernkraftwerk. Die Konzeptkunst der deutschen Energiepolitik wäre in der Tat nicht zureichend beschrieben, wenn der Ausstieg aus dieser abgasfreien und preiswerten Technik unerwähnt bliebe.
Argumente, die in anderen Ländern wieder ausgiebig diskutiert werden, kürzlich zum Beispiel im einflußreichen amerikanischen Wissenschaftsorgan "Science". In Gesprächen unter Deutschen hingegen rufen sie peinliche Berührung hervor. Schließlich gehört der Atomausstieg zum Rest des identitätsbildenden Inventars einer politischen Generation.

Den Engländern, so hieß es einmal, gehört die See, den Franzosen das Land - und den Deutschen gehören die Wolken. In der Energiepolitik ist Deutschland zu dieser Tradition zurückgekehrt.

Wir haben uns rund um das Thema Energiegewinnung und Einsparung beschäftigt.


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