20.04.2012 | Einweihung des Christian-Heinrich-Wolke-Hauses Autor: Lichte

Mit leckerem Blechkuchen feiert das Mariengymnasium am Mittwoch, den 25. April, um 13:30 Uhr die Fertigstellung seines nach Christian Heinrich Wolke benannten Lehrer-Hauses. Die von dem Jeveraner Künstler Steffen Walentowitz gestalteten Namensschilder werden im Rahmen einer kurzen, kulinarischen Feierviertelstunde enthüllt, anschließend kann das Wolke-Haus besichtigt werden.

Die Benennung erfolgte im Rahmen des Namenskonzepts der Schule, nach dem bereits andere Gebäude des Campus nach bedeutenden ehemaligen Schülern und Schülerinnen benannt wurden, wie z. B. zuletzt nach Sophie Prag.

Auf der Höhe seiner Zeit und heute noch aktuell: Der 1741 in Jever geborene Christian Heinrich Wolke, der mit Kant und Goethe korrespondierte, schuf ein eindrucksvolles Lebenswerk und ist ein wahrlich passender Namenspatron. Wolke absolvierte die Jeversche Provincial-Schule, wie das heutige Mariengymnasium bis 1873 hieß, und wurde der wichtigste Mitarbeiter des einflussreichen, an Rousseau orientierten Didaktikers J. B. Basedow. Er leitete schließlich die von Basedow 1774 initiierte Versuchsschule "Philanthropin" in Dessau, die Zeitgenossen auch als "Wolkenianum" bezeichneten. 1785 wurde er in St. Petersburg Erzieher im Umfeld von Zarin Katharina II. Wolke erforschte auch telegraphische und physiologische Nutzungen der Elektrizität und konstruierte den ersten Akumeter. Er veröffentlichte pädagogische, medizinische, technische und sprachwissenschaftliche Werke sowie niederdeutsche Gedichte. 1802 verschenkte er rund 250 Bände seiner Bibliothek, um so das Projekt einer zu errichtenden öffentlichen Bibliothek Jevers, in der Obhut der Schule, zu unterstützen. Wolke starb 1825 in Berlin.

Beim Wolke-Haus handelt es sich um den ehemaligen Hausmeister-Bungalow, der in den letzten zwei Jahren großzügig zum Lehrerhaus des Mariengymnasiums umgestaltet wurde. Ein Besprechungsraum und zwei kleinere Arbeitsräume mit Computern sowie eine Küche stehen zur Verfügung. Die neuen Räumlichkeiten sind sehr hilfreich z.B. in der Referendarsausbildung, bei der Vorbereitung von Unterricht bzw. wann immer Arbeitstreffen stattfinden. Durch die Verfügbarkeit von Schlafgelegenheiten entstand auch ein Gästehaus, das von den Lehrern und Lehrerinnen der Partnerschulen der diversen Schüleraustausche gerne zum übernachten angenommen wird.