21.03.2013 |  Thementag: Inklusion und Gymnasium – ein Widerspruch? Autor: M.Lichte

Der Thementag zur Inklusion zog ca 150 Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten ehemaligen Bezirk Weser-Ems an das Mariengymnasium. Es wurde auf diese Weise deutlich, wie groß die Verunsicherung und zugleich der Wunsch nach Fortbildung der Kollegien zu diesem Thema allgemein ist. Gesetzlich wird die Inklusion zum kommenden Schuljahr Pflicht, aber wie sollen die weiterführenden Schulen mit Schülerinnen und Schülern umgehen, deren Förderbedarf das überschreitet, was wir als Gymnasiallehrer gelernt haben?

Die Tagung war thematisch in einen Dreiklang aufgeteilt:
1. Vormittags relevante Vorträge (nach den Begrüßungen trugen vor: Herr Dr. Peter Wachtel, Ministerialrat, Fachmann für die schulfachlichen Regelungen im Bereich der Inklusion), Frau Anja Cotte zu Pädagogischen Konsequenzen der Inklusion aus gymnasialer Sicht, und Herr Horst Audritz, Schulhauptpersonalrat, stellt die Sicht der Personalräte vor. Es wurde deutlich, dass die Fachleute an der Basis darstellen, dass die menschlichen Ressourcen derzeit zu gering geplant sind, während die Verwaltung meint, genug getan zu haben. Damit war schon der Problempunkt für Teil 3 der Veranstaltung definiert.
2. Eine Runde von 9 Workshops, die sich mit unterschiedlichen Bereichen der Inklusion befassten und die Praxis darstellten. Diese Workshops kamen allgemein sehr gut an.
3. Die Podiumsdiskussion brachte unterschiedliche Positionen in der Arbeit mit Inklusion an der Schule in Stellung. Unter der Leitung von Herrn Beier (Bildungsregion Friesland) wurde der Gegensatz zwischen Anspruch und Ressourcen kontrovers diskutiert. Deutlich war wieder einmal – wie so oft an der Schule – die Sicht der Verwaltung, dass doch alles bestens geregelt ist, und der Lehrkräfte an der Basis, die den Mangel direkt spüren und erleben.

Klar wurde vor allem, dass die Lehrkräfte in der Inklusion weitere Entlastung brauchen – von Enthusiasmus allein kann die erhebliche Mehrarbeit nicht leben.

Organisiert wurde dieser Fortbildungstag am Mariengymnasium thematisch von Anja Cotte, die einen hochwertigen und abgerundeten Fortbildungstag auf die Beine gestellt hat, und Martin Lichte, der die „äußere“ Organisation durchgeführt hat. Dank gebührt der Klasse 8c, die an diesem Tag an vielen Stellen mitgearbeitet hat (Wegweiser, Kaffeeversorgung, Garderobe etc) und dafür sorgte, dass sich die Teilnehmer wohlfühlten.