04.11.2013 | Vortrag von Hartmut Peters zur Vertreibung der Juden aus Jever in der NS-Zeit Autor: Holzapfel


"Die Vertreibung der Juden aus Jever in der NS-Zeit: Darstellung anhand neuer Aktenfunde" lautet der Titel des Vortrags von Hartmut Peters, zu welchem das Mariengymnasium, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Oldenburg und der Jeverländische Altertums- und Heimatverein am 7.November um 19:30 Uhr in die Aula des MG einladen.

Bei den neuen Akten handelt es sich um einen Dachbodenfund aus dem vergangenen Jahr. Der Ordner enthält die Dienstakten des Bürgermeisters Jevers von 1937 bis 1945 zum Thema "Juden" und wirf ein Licht auf die Rolle einer Stadtverwaltungsspitze im administrativ gesteuerten Vertreibungsprozess. Das Material umfasst Dokumente, welche Befehlsabläufe verdeutlichen, aber auch Handlungsspielräume erkennen lassen. Privatbriefe an Friedrich Levy, Namensgeber eines Raumes in der Schulbibliothek, sind ebenfalls enthalten. In aller Deutlichkeit werden der Druck auf die Juden, deren Bemühungen um Umzug bzw. Emigration sowie ihre Lebenssituation dargestellt. Das historisch wichtige Material befindet sich derzeit im Staatsarchiv Oldenburg zur wissenschaftlichen Auswertung. Hartmut Peters hat Einsicht nehmen dürfen und darauf seinen Vortrag aufgebaut, welcher Zusammenhänge der Verfolgung aufzeigt.


Am Freitag den 8. November findet ab 20 Uhr ein Konzert der Gruppe Laway in der Stadtkirche statt. Aufgeführt wird die Kantate "Mauthausen", basierend auf dem Gedichzyklus des KZ-Überlebenden Iakovos Kambanelli in der Vertonung von Mikis Theodorakis. Gerd Brandt hat die Texte in das ostfriesisch Platt übertragen.
Ergänzt werden die beiden Veranstaltungen durch eine Kranzniederlegung an der Gedenktafel an der Wasserpfortstraße 19 am 9.November, dem 75. Jahrestag der Reichspogromnacht.


7. November, 19:30 Uhr – Vortrag von Hartmut Peters in der Aula des Mariengymnasiums

8. November, 20:00 Uhr – Konzert in der Stadtkirche Jever

9. November, 11:00 Uhr – Kranzniederlegung an der Wasserpfortstraße 19


aktenblatt