11.11.2013 | Vortrag über die Vertreibung der Juden in Jever Autor: Klitsch

Am 7.11. um 19.30 h hielt Hartmut Peters in der Aula des Mariengymnasiums einen Vortrag über die Vertreibung der Juden aus Jever. Nach einem generellen Hinweis auf die Verfolgung der Juden im Dritten Reich und deren Schicksal, ging Peters auf die Vertreibung der Juden aus Jever ein. Als Grundlage für seine Ausführungen diente unter anderem ein kürzlich gemachter Aktenfund aus dem Rathaus Jever, in dem sich die amtlichen Protokolle und der behördliche Schriftverkehr zu dieser Thematik fanden. Betroffen lauschten die fast 500 Zuhörer den bedrückenden Ausführungen. Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Bühne, die Fensterbänke und sogar der Fußboden mussten denen als Sitzgelegenheiten dienen, die keinen freien Stuhl mehr vorfanden. Peters Ausführunegn zeigten auch, dass Teile des Kollegiums des Mariengymnasiums und das Jeversche Wochenblatt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Vertreibung spielten. In der sich anschließenden Diskussion wurde von vielen älteren Bürgern der Stadt Jever an die jüdischen Mitbürger erinnert, und es wurde deutlich, dass sich nicht alle damals mit den Aktionen des Bürgermeisters, der örtlichen NSDAP und der Gestapo in Wilhelmshaven solidarisierten. Gleichwohl schützte dies die jüdischen Mitbürger nicht vor der Vertreibung, so dass der jeversche Bürgermeister am 15. März 1940 verkünden konnte: Jever ist judenfrei.