18.11.2013 | 28° 28′ N, 16° 15′ W Autor: Tabea und Lennart

Santa Cruz de Teneriffe, den 11.11.2013

Hey Leute,

die erste Etappe unserer Segeltour um die halbe Welt ist vorbei. Wir sind am 12.10. in Hamburg gestartet, sind über Portsmouth (England) und Brest (Frankreich) nach Teneriffa gesegelt, und liegen jetzt in Santa Cruz.

Hier ein kleiner Einblick in den Bordalltag auf der Johann Smidt:
Der Tag beginnt für jeden mit den unterschiedlichen Wachen, entweder man hat 23-02 Wache, die darauf folgende 02-05 Wache, oder die 05-08 Wache. Zum Frühstück kommen dann fast alle zusammen. Die Leute, die die 23-02 Wache hatten, müssen um 07:30 zum Essen erscheinen, denn sie sind die aufziehende Wache und lösen die 05-08 Wache ab. Diese hat dann mit dem Rest der Crew Frühstücken und wenn die schließlich fertig sind, isst die Backschaft. Das sind drei SchülerInnen die an dem Tag in der Kombüse stehen und für die Verpflegung der Crew zuständig sind. Also Essen kochen (bis jetzt noch mit Koch in Zukunft nicht mehr) und während des Essens für Nachschlag sorgen.
Nach dem Frühstück hat man entweder Wache, Unterricht oder Freizeit (kommt auf die Wache an). Bisher hatten wir noch keinen klassischen Schulunterricht, sondern haben für den im Mai anstehenden Sportbootführerschein See theoretisch und praktisch geübt. Erst wenn wir aus Teneriffa auslaufen beginnt der Unterricht in Gruppen.
Der restliche Tag läuft eigentlich ziemlich genauso ab. Er gestaltet sich aus den Zeiten zwischen den Mahlzeiten und dem jeweiligem Essen.

Gleich nach dem Auslaufen hatten wir die ersten Tage ein schweres Tief über uns, mit dem viel Wind und Wellen gekommen sind. Dies hat sehr viele schwer mitgenommen, denn wir waren erst kurze Zeit auf See und noch nicht richtig seefest. Fast alle waren seekrank, lagen blass an Deck und/oder haben sich im schlimmsten Fall ständig übergeben. Das schlechte Wetter zwang uns schließlich im Englischen Kanal nach Norden auszuweichen und eine Woche in Portsmouth zu verbringen. Sobald das Wetter es zuließ, ging es schnell weiter, um dem nächstem Schwall schlechten Wetters zu entkommen. Wir segelten in Richtung Süden nach Brest, wo wir wieder eine Zeit lang liegen mussten. Als wir ENDLICH ins Warme nach Teneriffa aufbrachen, war die Freude sowohl bei der Schülercrew als auch bei der Stammcrew zu spüren.
Wir segelten an der Küste Spaniens, Portugals und Afrikas vorbei. Jeden Tag merkte man, dass es wärmer wurde und das Wasser blauer. Wir freuten uns ganz besonders, als wir sehr viele Delfine und Wale gesehen haben. Sie begleiteten uns ein ganzes Stück und zogen dann in Gruppen weiter. Einmal schwamm auch eine Meeresschildkröte vorbei. Doch wir hatten nicht nur gutes Wetter. Auch hier hatten wir wieder einige Tage Sturm mit bis zu 6 Meter hohen Wellen. Hierbei rissen einige Segel und Taue. Diese haben wir im Hafen an der Pier ausgebreitet, um den Schaden zu begutachten. Ein paar Segel werden nun vom Segelmacher geflickt, das Schiff geschrubbt und aufgeräumt.

Heute haben wir den Tag damit zugebracht, unsere Rucksäcke für den Teide (der Vulkan auf Teneriffa, der auch der höchste Berg Spaniens ist) zu packen. Jeder von uns muss neben seinen Klamotten noch vier Liter Wasser, ein Lunchpaket und das restliche Essen für die zwei Tage, die wir auf dem Teide verbringen werden, schleppen. Wir werden morgen in kurzer Hose und T-Shirt starten und zwischen durch unsere Kleidung wechseln, denn hier unten im Hafen haben wir um die 25°C und da oben sind ca. 0°C-5°C. Deshalb müssen wir noch Pullover und warme Hose mitnehmen die wir dann anziehen werden.

Wir freuen uns auf die folgenden Tage, die Atlantiküberquerung und werden uns später nochmal melden

Bis dahin schöne Grüße
Tabea & Lennart

PS: Hier ist noch der Link zur Homepage des Projektes, wo tägliche Berichte der SchülerInnen erscheinen und nach jeder Etappe Bilder veröffentlicht werden.

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