22.01.2014 | Anecken? Ja, aber nicht aus Prinzip. Autor: M.Baurmann

Es war die Zeit als in Emden der letzte in Deutschland produzierte Käfer vom Band lief. Jupp Derwall hatte gerade Helmut Schön als DFB-Trainer ersetzt, in den Charts stritten Boney M., Vadder Abraham und die Wings um die Pole Position. Duke Ellington war gerade tot und Charles Mingus sehr klapprig. In Rom begann man in Johannes Paul zu zählen, Josef Fischer fuhr Taxi in Frankfurt und eine ostdeutsche Physikstudentin reichte ihre Diplomarbeit ein. Titel: »Der Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien«.

In diesem Jahr – im westlichen Kulturkreis erhielt es die Nummer eintausendneunhundertachtundsiebzig – trat Hartmut Peters zu seiner ersten Stunde am Mariengymnasium an. Da sich nun auch sein letzter Unterrichtseinsatz nähert, kamen Vertreter von Schule, Stadt und Landkreis sowie der Presse am Montag, 20.Januar, zusammen, um die Arbeit und das Engagement von Herrn Peters zu würdigen.

Die Unverschämtheit, 36 Jahre Lehrertätigkeit bei dieser Gelegenheit zusammenzufassen, nahm sich keiner der Gäste heraus und so übernahm es Hartmut Peters selbst, seine lange Zeit am Mariengymnasium zu beschreiben:

In seinen ersten Jahren, gab er gerne zu, orientierte er sich wenig an der Schule als Institution, sondern nahm eher den Schwung von Schülerinnen und Schülern auf, die den Wunsch hatten, politisch etwas zu bewegen. Als wichtigstes Projekt dieser Zeit enstand die umfangreiche Recherche über die Stadt Jever in der Nazi-Zeit und ihrer Verstrickungen in die Vertreibung und Ermordung ihrer jüdischen Bürger. Bis heute arbeitet Herr Peters daran, die Fakten über die damalige Zeit zu sichern, aber auch einen Umgang mit der Geschichte zu ermöglichen. Die Anwesenden der Feier waren sich einig, dass ihm dies gelungen ist.

Der zweite Teil der Petersschen Karriere verlief dann mehr in Zusammenarbeit mit der Institution Schule. Das sei durch seine Beteiligung am Schulpersonalrat, Bauausschuss, dem Schulvorstand und der Leitung der Bibliothek auch gar nicht anders möglich gewesen. Wer aber das Mariengymnasium auch nur annähernd kennt, weiß, dass Hartmut Peters auch in dieser Phase nicht nur enorm fleißig, sondern eben auch sehr erfolgreich gewesen ist.

Und nicht allein deshalb wünschten sich die Teilnehmer der Feier beim Auseinandergehen vor allem eins, dass Hartmut Peters es sich nicht nehmen lässt, recht häufig nach den Früchten seiner Arbeit zu schauen, und man ihn so von Zeit zu Zeit in seinem (ja!) Büro antrifft.

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(Hartmut Peters im Allerheiligsten der Bibliothek. Neben ihm (von links) Bürgermeister Jan-Edo Albers, stellvertrender Landrat Gustav Zielke, Schulleiter Frank Timmermann, erste Kreisrätin Silke Vogelbusch)