17.03.2014 | Gerhard Henschel liest aus "Bildungsroman" Autor: Belemann-Smit

Auf Einladung der Bibliothek des Mariengymnasiums in Kooperation mit der Reihe "LiteraTee" des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins liest der preisgekrönte Schriftsteller Gerhard Henschel am Dienstag, 25. März 2014, um 19.30 Uhr im Foyer der Bibliothek des Mariengymnasiums Jever, Terrasse 3, aus dem neuesten Band seiner Familienchronik "Bildungsroman".

Gerhard Henschel, geb. 1962 in Hannover, lebt heute als freier Schriftsteller bei Berlin und hat in einem Haus in Jever seine "glücklichsten Kindertage erlebt".

Gerhard Henschels Großeltern lebten in Jever, Wilke Otten war als Lehrer und engagierter Bürger bekannt. Die Eltern Almut und Christian Henschel haben am Mariengymnasium Abitur gemacht und in Hannover studiert. Der Briefroman "Die Liebenden" (2002) erzählt ihr Leben als Ingeborg und Richard Schlosser.

Als deren Sohn Martin Schlosser schreibt Gerhard Henschel in "Kindheitsroman" (2004), "Jugendroman" (2009), "Liebesroman" (2010), "Abenteuerroman" (2012) vom Leben der Familie Schlosser. Diese Bände bilden den Auftakt zu einem in den 60er Jahren beginnenden Epos der Bundesrepublik Deutschland.

Im "Bildungsroman" geht es zu Beginn der 1980er Jahre um Martins Studentendasein, um Reisen, Gelegenheitsarbeiten, Lektüren und Begegnungen. Deutschland 1983. Helmut Kohl regiert, die Grünen ziehen in den Bundestag ein, der Stern veröffentlicht "Hitlers Tagebücher" und Martin Schlosser wird Student in Bielefeld. Er entscheidet sich für ein Studium der klassischen Taxifahrerfächer Germanistik, Soziologie und Philosophie. Doch das Studentenleben hat er sich lustiger vorgestellt. Besonders wichtig und nachhaltig prägend aber wird ein Literaturseminar bei Walter Kempowski in Nartum. Daraus entsteht ein freundschaftlicher Kontakt, Kempowski wird als Chronist und Dokumentarist zum Vorbild für Gerhard Henschel. Nach Kempowskis Tod schreibt er "Da mal nachhaken. Näheres über Walter Kempowski" (2009).

Gerhard Henschel wurde für seine einzigartige Familienchronik in collagenhaft dokumentarischer Erzähltechnik 2012 mit dem Hamburger Hannelore-Greve-Literaturpreis und 2013 mit dem Nicolas-Born-Literaturpreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.

Die Literaturkritik zählt Gerhard Henschel zu den "großen Sprachkünstlern, Sprachkritikern und Mentalitätssezierern dieses Landes" (Süddeutsche Zeitung).

Im NDR heißt es am 14. 2. 2014: "Was Henschel hier gelingt, ist eine Zeitreise von proustschen Ausmaßen. Seitenlang kann er sich mit der Beschreibung eines typisch deutschen Campingplatzes aufhalten oder über die Bücher Arno Schmidts philosophieren. Das ist in dieser Mischung schlichtweg grandios."

Der Eintritt zu dieser Lesung kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Dienstag, 25. März 2014, um 19.30 Uhr im Foyer der Bibliothek des Mariengymnasiums Jever

Foto: Jochen Quast, www.hoffmann-und-campe.de