23.03.2014 | Dr. Redelfs berichtete von seiner Tätigkeit bei Greenpeace Autor: Jonas Gebauer

„Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet!“ Dieser Spruch ist - am Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt a.M. - auf einem Plakat zu lesen. Während Dr. Manfred Redelfs, ehemaliger Mariengymnasium Schüler, dieses Foto zu Beginn seiner Präsentation an die Wand wirft, wird schnell klar, worum es geht: Umweltschutz.
Unter dem Motto „Taten statt Warten - im Einsatz für den Umweltschutz“ brachte der Abiturient von 1981 am Mittwochabend interessierten Zuhörern und am Donnerstag in der dritten und vierten Stunde seine Arbeit als Rechercheleiter bei Greenpeace näher.
1971 gründeten eine Handvoll von Menschen den Verein, der sich damals noch „Don’t make a wave“ nannte. Grund für diese Bewegung waren Atomtests der amerikanischen Regierung im Ozean, die auf Ablehnung stießen, aufgrund der Angst, dass sich daraus eine Flutwelle entwickeln könne. Deshalb entschlossen sich einige Aktivisten mit einem gecharterten Fischerschiff von Vancouver 2.200 Seemeilen zum Ort der Tests zu fahren. „Geschafft haben sie es nicht“, berichtet Dr. Redelfs von vielen Komplikationen und nennt den Hauptgrund in der Unzuverlässigkeit des Schiffes, jedoch habe dieses Unternehmen eine große mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Das war der Beginn eines globalen Umweltvereins, „der jetzt zum Glück nicht mehr diesen sperrigen Namen trägt, denn sonst würde ich nun nicht bei Greenpeace, sondern bei `Don’t make a wave´ arbeiten“, scherzt der Ehemalige.
Heute ist man mit 40 Büros weltweit verteilt, wobei viele Standorte in Westeuropa liegen, doch auch in Russland, Südamerika und Afrika sind vereinzelt Standorte zu finden. „Das ist enorm wichtig für die Präsenz“, erklärt Dr. Redelfs und nennt noch eine Besonderheit, „Greenpeace wird von privaten Spenden finanziert“. Somit sei man von der Politik und der Wirtschaft unabhängig. Auch ein politisches Amt sei nicht mit einer Mitgliedschaft des Umweltverbandes zu vereinen.
Kurze Zeit nach der Gründung, formierten sich auch in Deutschland umweltbewusste Gruppen. Mit der ersten Aktion wendete man sich gegen die „Verklappung in der Nordsee“, bei der Schwefelsäure unaufhaltsam von Schiffen ins Wasser abgeleitet wurde. Mehrere Schwimmer haben damals die Schiffen zum stoppen gebracht und damit bewirkt, dass auch die „Verklappung“ gestoppt wird, denn diese durfte nur während der Fahrt durchgeführt werden. „Die Regierung wurde aufmerksam und seit dem herrscht in Deutschland das Vorsorgeprinzip“, verweist Dr. Redelfs stolz auf die erste erfolgreiche Aktion von Greenpeace in Deutschland.
Außerdem berichtete er von einer Fälschung des Spiegels, um für chlorfreies Papier zu werben oder den ersten FCKW freien Kühlschränken.
Dr. Redelfs leitet seit der „Brent Spar-Kampagne“ von 1994 die Rechercheabteilung von Greenpeace im Hamburger Hauptsitz des Vereins. Damals wollte der Ölkonzern Shell alte Ölbohrtürme in der Nordsee, statt an Land versenken. Sein Posten wurde durch eine Fehlberechnung hinsichtlich des Inhalts der Bohrtürme geschaffen und seitdem lege man bei Greenpeace besonderen Wert auf genaue Recherche und „auf Zahlen, die bis auf die letzte Nachkommastelle stimmen“. Damit erfolgte eine Qualitätssteigerung.
Anhand einiger Beispiele und Projekte erklärte Dr. Redelfs seine Arbeit und scherzte: „Die Modefarbe des nächsten Jahres kann man bereits heute in chinesischen Flüssen sehen.“ Die Wasserverschmutzung in Asien, aber auch die Ölablagerungen in Russland seien derzeit große Themen für den Umweltverband Greenpeace.
„Nichtstun ist keine Alternative“ lautet der Grundtenor des ehemaligen Mariengymnasiumschüler. Seinen Optimismus bei täglichen Rückschlägen, die die Medien hinsichtlich des Klimas vermelden, holt er sich aus Rückblicken auf langfristige Erfolge und ermutigt die Schüler zu „freiwilligen Engagement“. Dieses Credo brachte ihn stets nach vorn!

Jonas Gebauer

Für den Jahrgang Q1 hielt der ehemalige Abiturient des MG (Abi 1981) Dr. Manfred Redelfs einen Vortrag über seine Karriere und seine Arbeit.

Manfred Redelfs war früher aktives SV-Mitglied und Herausgeber derSchülerzeitung, hat die Vergangenheitsbewältigung der Schule aktiv mitgestaltet, hat Politikwissenschaften und Journalismus studiert, u.a. beim NDR gearbeitet und arbeitet seit 1996 in der Rechercheabteilung von Greenpeace.

Er stellte u.a. Aktionen und den gedanklichen Hintergrund von Greenpeace vor.