22.01.2015 | Studienfahrt »Stadtplanug und Wiederaufbau seit 1945« Autor: Kurs se7

Die 23 Schüler/innen des Seminarfaches 7 unternahmen am 21. und 22. Oktober 2014 im Rahmen des Seminarthemas »Stadtplanug und Wiederaufbau seit 1945« eine Studienfahrt nach Osnabrück. Ansprechpartner dort war der Museumshistoriker Dr. Thorsten Heese, welcher der Seminargruppe sowohl für die Stadtführung in der Innenstadt Osnabrücks als auch für Führungen durch zwei Sonderausstellungen des Kulturhistorischen Museums zum Ersten Weltkrieg zur Verfügung stand. Darüber hinaus konnte die Seminargruppe an einem von Dr. Heese veranstalteten Universitätsseminar zur Museumsgeschichte teilnehmen sowie auch an einem von ihm veranstalteten Zeitzeugengespräch zur Erfahrungsgeschichte der Erinnerung an den Ersten und den Zweiten Weltkrieg.



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Das dicht gestaffelte Zweitagesprogramm wurde von der Jeverschen Seminargruppe mit großem Elan mit ausgeführt.


Während der Stadtführung wurde ein Schwerpunkt auf Rathaus und Marienkirche, der wiederaufgebauten »Traditionsinsel« in der Altstadt gelegt. Auch die dann im Osnabrück der 1950er Jahre nicht ausgeführte Stadtplanung einer vierspurigen Hauptverkehrsstraße durch die Altstadt wurde aufgezeigt. In dem Altstadtviertel hinter der Katharinenkirche wurde demgegenüber eine freiere und moderene Bebauung, auch mit größeren Gebäuden, durchgesetzt. Das Fachgerichtszentrum aus den späten 1950er Jahren, dessen architektonisch besonders beeindruckendes Treppenhaus ebenfalls und zwar unter zusätzlicher fachkundiger Führung des Hausherren vom Landgericht Osnabrück, besichtigt werden konnte, zeigt heute im sanierten Zustand den lichtdurchfluteten architektonischen Gegenpol gegen die steinsichtige und düstere NS-Architrktur. Mit dem Bus wurde anschließend das Viertel Kalkhügel in Osnabrück-Süd aufgesucht, dessen lockere Bebauung aus Reihenhäusern, mehrgeschossigen Miethausblöcken und Zehngeschossern eine durchmischte Wohnumwelt für alle Bevölkerungsgruppen während der Nachkriegswonungsnot anbieten sollte.



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Die beiden Sonderausstellungen zum Ersten Weltkrieg wurden federführend von Dr. Thorsten Heese konzipiert. Sie zeigen einerseits die sozialgeschichtliche Dimension der Kriegsteilnehmer, die als Soldaten teils ganz in nationalistischen Denkschemata gefangen waren. Die Karikaturenausstellung zum Ersten Weltkrieg zeigte andererseits eine kritische Sicht auf die Kriegsgeschehnisse und ihre Akteure. Dies geschieht in Gegenüberstellung von deutschen und französischen Karikaturen zum selben Thema. Damit enthält diese Osnabrücker Ausstellung, die gegenwärtg in Grenoble gezeigt wird, eine transnationale Dimension.


Die Museumsübung mit Studierenden der Universität Osnabrück zeigte die NS-Geschichte des Osnabrücker Museums auf. Diese Zeit war geprägt auch duch offen rassistische Ausstellungen und die Überhöhung der Militärgeschichte als Heldengeschichte.



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Im Zeitzeugengespräch berichteten Osnabrücker älterer Generationen von ihren Erfahrungen an die Erinnerung des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, wobei Familienerinnerungen im Mittelpunkt standen, die auch von den Jeverschen Schüler/innen ergänzt werden konnten.