17.06.2015 | Themenwoche »Georg von der Vring in Jever« Autor: admin


Am 30.12.2014 wäre der Künstler und Dichter Georg von der Vring (1889-1968), der von Dezember 1919 bis Oktober 1928 am Mariengymnasium Jever als
Zeichenlehrer gewirkt hat, 125 Jahre alt geworden.



Die Bibliothek des Mariengymnasiums nimmt dies zum Anlass, eine Themenwoche Georg von der Vring zu veranstalten.




Mittwoch, 1. Juli 2015, 19:30 Uhr

in der Bibliothek des Mariengymnasiums

Eintritt frei


Programm


Dr. Markus Gärtner

»Fragen und Stolpersteine: Wege zu Georg von der Vrings ‚romantischer‘ Musikästhetik«


»Hymne an Europa«

von Georg von der Vring (ca. 1950); Welturaufführung;
Klasse 5a unter Leitung von Frauke Harland


Dr. Georg Wagner-Kyora

Vortrag: »Georg von der Vring als politischer Dichter der Weimarer Republik«


Ausstellungseröffnung

»Gemalte Portraits und illustrierte Gedichte zu Georg von der Vring«




Samstag, 4. Juli 2015, 15.00 Uhr

Literarischer Spaziergang auf den Spuren Georg von der Vrings

Führung: Werner Menke


Der vor allem als Lyriker bekannt gewordene Dichter Georg von der Vring (1889 – 1968) hat knapp neun Jahre seines Lebens in Jever verbracht. Von Dezember 1919 bis Oktober 1928 hat er am Mariengymnasium als Zeichenlehrer gewirkt; in diesen Jahren vollendete er seinen Anti-Kriegsroman »Soldat Suhren« (erschienen 1927) und brachte das bibliophile Bändchen »Südergast« (erschienen 1925) mit 12 Gedichten und 6 Holzschnitten heraus. Die in diesen Gedichten verwendeten Themen und Tonfall bestimmen seine Lyrik bis in das Spätwerk.


Die Jahre in Jever waren für Georg von der Vrings dichterische Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Das gilt auch für seine persönliche Entwicklung. Seine ihm künstlerisch ebenbürtige Frau gebar in Jever zwei Söhne. In Jever hat die Familie nach mehreren Umzügen ein Haus an der Südergast erworben – es hatte fast den Anschein, dass Jever dem Dichter zur Heimat werden sollte.


Doch die Entwicklung verlief anders: der liberale Dichter wurde von nationalkonservativen und nationalsozialistischen Kreisen angefeindet, die zunehmend die öffentliche Meinung in der Stadt dominierten. Die Ehefrau Therese erkrankte an Tuberkulose und starb am 4. Mai 1927. Die vorgesetzte Schulbehörde verzögerte die Entscheidung über eine zeitweilige Beurlaubung, die Georg von der Vring in einer auf den Tod Thereses folgenden Lebenskrise beantragt hatte. Fast fluchtartig verließ Georg von der Vring daher am 8. Oktober 1928 Jever und entschied sich für eine Zukunft als freier Schriftsteller.


Jever erinnerte sich erst spät wieder an seinen einstigen Bürger: 1989 beschloss der Rat der Stadt, eine Straße im Neubaugebiet nördlich des Hookstiefs nach dem Dichter zu benennen.


So manchen der seinerzeit von ihm gegangenen Wege durch die Stadt oder in das südöstlich gelegene Moorland kann man dagegen heute noch folgen. Dies soll auf einem literarischen Spaziergang auf den Spuren Georg von der Vrings geschehen, der im Rahmen der von der Bibliothek des Mariengymnasiums veranstalteten Themenwoche »Georg von der Vring in Jever« angeboten wird.


Der Gang soll verschiedene Stationen verbinden, die zum Leben des Dichters in Jever einen Bezug haben: das Mariengymnasium als seine Arbeitsstätte, das Schloss, in dem einige Bilder des Malerdichters ausgestellt sind, das Rathaus, in dessen Meldeunterlagen sich Angaben über Georg von der Vring finden sowie, die Häuser an der Schlosserstraße, der kleinen Bahnhofstraße und in der Südergast, in denen er mit seiner Familie gewohnt hat.


 
Treffpunkt: 4. Juli 2015, 15 Uhr in der Bibliothek des Mariengymnasiums.

Dauer: 3 Stunden

Kostenbeitrag: €4, 00

Anmeldung über das Sekretariat des Mariengymnasiums, Tel. 04461-93130.