06.07.2015 | Themenabend zum Dichter und Künstler Von der Vring Autor: Belemann-Smit, Klitsch

Vorträge, Musik und Kunst zum ehemaligen Kunsterzieher am Mariengymnasium


»Völker versöhne, Menschenland verschöne, schenke, dass aus Hader die Eintracht uns erblüht.« So sang die Klasse 5a unter der Leitung von Musiklehrerin Frauke Harland die Europa-Hymne des Dichters und Künstlers Georg von der Vring. Diese Töne muteten in der momentanen politischen Situation in Europa wie eine Beschwörung an.



Dr. Gaertner

Am Dienstag, den 1. Juli 2015, fand in der Bibliothek des Mariengymnasiums ein Themenabend zu Georg von der Vring statt, der von 1919 bis 1928 als Musiklehrer und Kunsterzieher am Mariengymnasium tätig war. Die bis dahin nicht aufgeführte „Hymne an Europa“ wurde von Dr. Wagner-Kyora, Lehrer des Mariengymnasiums, entdeckt, der bei seinen Archivrecherchen auf das undatierte Notenblatt in einem Brief an August Hinrichs aus den fünfziger Jahren stieß. Dr. Markus Gärtner ordnete dieses in einem lebendigen Vortrag musiktheoretisch ein. So erläuterte er dem Publikum, dass von der Vring mit seiner Bearbeitung nicht etwa Haydn, sondern der Haydn-Rezeption durch Brahms folgte.



Dr. Wagner-Kyora

Der Hauptvortrag »Georg von der Vring als politischer Dichter der Weimarer Republik« von Dr. Georg Wagner-Kyora beschäftigte sich mit der Position von der Vrings in jener Zeit und seinem Antikriegsroman „Soldat Suhren“, der schon zwei Jahre vor Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ erschien, und nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit bekam.


Wagner-Kyora zeigte auf, wie von der Vrings melancholisch-affirmative Sicht des Soldaten von den Nationalsozialisten im Dritten Reich vereinnahmt werden konnte, während er gleichzeitig eine dem Nationalsozialismus gegenüber kritische Einstellung bewahrte.


Bibliotheksleiterin Dr. Anja Belemann-Smit betonte, dass sich das Mariengymnasium an diesem Abend an eine herausragende Lehrerpersönlichkeit erinnerte, die der Historie des Mariengymnasiums zur Ehre gereiche. Dazu eröffnete sie die gelungene Ausstellung »Gemalte Portraits und illustrierte Gedichte«, die Schüler in Kunstunterricht von Falk Teichert erstellten.