16.11.2015 | Brummunds Regie-Debut im Kino Filmpalette / Jever Autor: Admin


Liebe Kino-Freunde,



am 21.11.2015 um 18:05 wird es ein ganz besonderes Kino-Highlight geben. In der Filmpalette Jever zeigen die Kino-Freunde Friesland e.V. den Film “Freistatt”, bei dem der Regisseur und ehemalige Schüler des Mariengymnasiums Marc Brummund anwesend sein wird. Er stellt seinen Film vor und es wird die Möglichkeit geben, mit ihm ins Gespräch zu kommen.



„ Nach einer wahren Begebenheit schildert Marc Brummund in seinem beklemmenden Jugenddrama die grausamen Geschehnisse in einer Erziehungsanstalt im Norddeutschland der 1960er Jahre.



Die Diskussionen um Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen und die Forderungen der Opfer auf Entschädigung sind längst noch nicht beendet, da beschäftigt sich nun auch ein Film mit einem der dunkelsten Kapitel in der modernen Geschichte deutscher Erziehungsmethodik. »Freistatt« ist von einem wahren Schicksal inspiriert und wurde an Originalschauplätzen gedreht. In eben jenes titelgebende Fürsorgeheim für Schwererziehbare wird der 14-jährige Wolfgang Ende der 1960er Jahre gesteckt, weil sein brutaler, strenger und eifersüchtiger Stiefvater (extrem furchteinflößend: Uwe Bohm) dessen bezaubernde Mutter für sich allein haben will. In Freistatt wird der selbstbewusste Schüler mit der geballten Härte schwarzer Pädagogik konfrontiert. Ob sexueller Missbrauch, körperliche Züchtigung oder die knochenharte Zwangsarbeit im Moor – der despotische Anstaltsleiter und seine diabolischen Helfer lassen nichts unversucht, um den Willen der ihnen anvertrauten Schützlinge zu brechen.



Regisseur Marc Brummund, der die Meisterklasse Regie der Hamburg Media School besuchte, taucht gemeinsam mit seiner überragenden Kamerafrau Judith Kaufmann die imposante norddeutsche Moorlandschaft in strahlend gleißendes Licht und findet so großartige kinotaugliche Bilder. Zwar laufen diese Schauwerte manchmal Gefahr, die grausame Situation der Protagonisten zu verharmlosen. Aber die starken Hauptdarsteller, allen voran der bärenstarke Louis Hofmann als Wolfgang sowie dessen Gegenspieler Alexander Held als »Hausvater«, lassen keinen Zweifel daran, dass Freistatt für die dort eingekerkerten Jugendlichen nicht weniger als die Hölle auf Erden ist. Auch der Kontrast zwischen der schönen heilen Flower-Power-Welt draußen und dem grausamen, an tiefstes Mittelalter erinnernden Dasein hinter den Mauern des Heims wird schlüssig herausgearbeitet. Auch was den Soundtrack betrifft, schafft der Regisseur den Spagat zwischen Seventies und dem Jetzt, in dem er Remixes von »Scarborough Fair« und »The House of the Rising Sun« in seinem Film integriert. Dass sein beklemmendes Drama bei der Zielgruppe gut ankommt, zeigte sich bereits bei seiner Uraufführung in Saarbrücken, wo »Freistatt« neben dem Publikumspreis auch mit dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet wurde.“

Trailer:


Frankfurter Neue Presse:
Tatsächlich ist »Freistatt« Mark Brummunds Spielfilmdebüt. Eines, das bereits bei Festivals mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Dass der Film solch rasche Anerkennungen bekommen hat, mag auch mit an den Bildern liegen, welche die Kamerafrau Judith Kaufmann an Originalschauplätzen gemacht hat. Vorzüglich geschnitten von Hans Funk, vermitteln sie jeweils Stimmungen, die nie aufdringlich, aber dennoch intensiv wirken. Herausragend.



Karten gibt es an der Abendkasse.