13.12.2018 | Drei Monate in Frankreich! Autor: Helena Finke (10d)

Einmal eine längere Zeit ohne Familie, ohne Freunde in einem anderen Land verbringen. Das klingt nach einem Abenteuer oder? Und die drei Monate in Nizza an der Côte d'Azur, waren neben einem großen Abenteuer auch eine unglaublich schöne und lehrreiche Zeit für mich. Noch nie habe ich in drei Monaten so viel erlebt und gesehen.

Aber fangen wir erst einmal an.


Der eigentliche Austausch begann schon drei Monate vor meiner Zeit in Frankreich, denn bei dem Austausch handelt es sich um einen eins zu eins Austausch, weshalb meine Austauschpartnerin erst noch drei Monate bei mir war. In Frankreich habe ich aber noch ein paar andere Austauschschüler getroffen, die alle nur 2 Monate weg waren und einige auch nur 6 Wochen. Ich habe mich in meiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt und wir haben viel zusammen gemacht. Eine meiner schönsten Erinnerung an diese Zeit ist der gemeinsam Urlaub, den wir im Massif Central und in Paris verbracht haben. Wir waren insgesamt ungefähr 3 Wochen in einem kleinen Dorf im Massif Central.


Manche würden es vielleicht als langweilig betrachten, aber ich sage lieber idyllisch, denn man kann zwar ruhig mit einem Buch in der Hand im Garten sitzen, genauso kann man aber auch wandern gehen oder auch eine Kanutour durch das Gebirge machen und die wunderbare Landschaft betrachten.


frankreich


Außerdem ist in so einem kleinen Dorf sogar relativ viel los, wenn man bedenkt, dass ich sogar noch Engländer getroffen habe, die auch gerade dort Urlaub gemacht haben und mit denen wir auch noch einiges unternommen haben, was allerdings teilweise zu einigen Sprachproblemen führte, denn Englisch, Französisch und Deutsch sind dann irgendwann auch zu viel, sodass ich zwischendurch manchmal ein bisschen durcheinander gekommen bin. Aber vor allem das Englisch sprechen ist mir schwer gefallen, da ich nach drei Woche schon so im Französischen war, dass mein Englisch sich irgendwo in eine Ecke meines Kopfes verkrochen hat.


Mir hat dieser Aufenthalt vor allem die Sprache Französisch an sich näher gebracht, da ich vorher eigentlich kein großer Fan war und mir das Sprechen immer unglaublich schwer gefallen ist.
Jetzt kann ich viel freier sprechen und verbinde mit vielen neuen Vokabeln eine Erinnerung.
In Paris ist mir zum Beispiel zum ersten Mal „fromage blanc“ begegnet, ein etwas dickflüssiger und fettiger Joghurt, der allerdings viel leckerer als normaler Joghurt schmeckt.

Jedenfalls sind wir nachts vom Kino nach Hause gekommen und haben dann genau um Mitternacht vor der Skyline von Paris Rhabarbermarmelade mit fromage blanc gegessen. Denn meine Gastfamilie war so nett, noch für eine Woche mit mir nach Paris zu fahren und es war wirklich eine unglaublich schöne Woche. Wir haben alle typisch touristischen Sachen besucht, waren auf der Spitze vom Eiffelturm und im Louvre bei der Mona Lisa, wo ich in dem Gedränge meine Gastfamilie verloren und sie erst nach einer Stunde wiedergefunden habe, allerdings habe ich bei meiner Suche dafür echt viel vom Louvre gesehen.


mona lisa


Nach der tollen Woche in Paris ging es dann wieder zurück nach Nizza und ein paar Tage später ging dann dort auch wieder die Schule los.


Das Schulsystem in Frankreich ist völlig anders als in Deutschland, alles ist im Gegensatz zur sonstigen Mentalität der Franzosen, total organisiert. Das fängt schon morgens an, wenn man zur Schule geht, man kann nicht einfach so ein- und ausspazieren wie man lustig ist, sondern muss, wenn man die Schule betreten will, erstmal sein so genanntes „carnet de correspondance“ vorzeigen, das praktisch wie ein Ausweis funktioniert. Da drauf ist ein Foto von einem so wie der Name und die Klasse zu lesen. Außerdem wird in dieses kleine Heft alles eingetragen, wenn man in der Klasse einmal zu spät war oder wenn man in einer Stunde zu oft den Unterricht gestört hat. All diese Einträge müssen dann beim nächsten Mal von den Eltern unterschrieben sein. Da man eigentlich fast jeden Tag lange Schule hat und deshalb auch fast alle in der Kantine essen, ist das Essen auch sehr geregelt und organisiert. Welche Klasse zuerst isst, hängt immer vom Wochentag ab und so weiter. Die Schule kann manchmal extrem lang gehen und manchmal kann es sein, dass man erst um halb sechs aus der Schule kommt. Das ist alles abhängig davon, welche Fächer man hat oder welche Fremdsprachen man gewählt hat. Die Schule kann deshalb mitunter sehr ermüdend sein und es bleibt weniger Zeit, um sich mit Freunden zu treffen oder etwas zu unternehmen. Was mir allerdings sehr positiv aufgefallen ist, dass die Franzosen eine sehr offene und lustige Art haben und ich wurde überall mit offenen Armen empfangen, was maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich eine so schöne Zeit hatte, die ich auf keinen Fall missen möchte.


Ich kann nur jedem empfehlen, auch einmal selber eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Die Erfahrungen, die man macht, sind unersetzbar!


Helena Finke, 10d