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Auswertung der Mitgliederlisten des Ortsverbands Sillenstede, untergliedert in Herkunft, Geschlecht, Alter, Beruf und Niederlassung
Inhaltsverzeichnis:
Herkunftsgebiete der Flüchtlinge aus dem Ortsverband Sillenstede
Angaben zu den Mitgliederlisten
4.1. Anteile männlicher und weiblicher Bevölkerung
Untersuchung über die berufliche Situation der Flüchtlinge im Ortsverband Sillenstede
Material:
Liste und Daten über die Mitglieder des Ortsverbands Sillenstede (Fundsache)
Quellen:
mündliche Überlieferung
Overesch, Manfred; " Das besetzte Deutschland 1945 - 1947" , Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1992
1. Einleitung
Unsere Untersuchungen der Mitgliederlisten des BvD ( Bund vertriebener Deutscher) beziehen sich auf Fundmaterial der Ortsgruppe Sillenstede, eine Vollständigkeit kann aus diesem Grund nicht gewährleistet werden!
Anhand dieser Quellen haben wir Nachforschung über die Herkunft, die Altersgruppen, die Berufssituation und die Niederlassung der Flüchtlingsströme aus den Ostgebieten angestellt. Unsere Ergebnisse stützen sich außerdem auf zusätzliche Quellen (siehe oben) .
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Winter 1944, 1945 - 1947
Im Rahmen der Kampfhandlungen an der Ostfront entlang der Deutschen Reichsgrenzen beginnt im Herbst und Winter 1944 eine Abwanderung der Zivilbevölkerung aus den Kampfgebieten. Am Anfang werden die Menschen geordnet in zunächst sichere Gebiete beordert. Durch Fehlplanungen, Durchhalteparolen und Falschmeldungen bricht in kurzer Zeit jede Ordnung zusammen. Eine geordnete Evakuierung ist für viele Familien nicht mehr möglich.
Plötzlich auftauchende feindliche Kampfverbände, weit hinter der angenommenen Front, zwingen Familien zu einem überstürzten Aufbruch, der den Menschen oft nur das läßt, was sie auf dem Leibe tragen. Verschärft wird diese prekäre Lage durch den harten Winter 1944/1945.
Viele Flüchtlinge wurden von der Front überrollt. Dabei wurden sie von den russischen Truppen zwangsweise in leeren Orten oder Lagern festgesetzt. Für die russischen Kommandeure spielte es dabei keine Rolle, ob es sich um deutsche, polnische, tschechische Flüchtlinge oder um befreite Insassen von KZ- oder Gefangenenlager handelte.
Mit dem Ende der Kampfhandlungen bemühen sich viele Flüchtlinge wieder ihre Heimatorte zu erreichen.
Durch die Verträge von Jalta und später von Potsdam werden mit dem Ende der Kampfhandlungen neue Grenzen im zerstörten Europa wirksam. Besonders betroffen sind die Gebiete von Polen, der Tschechei, und die östlichen Gebiete von Deutschland und Österreich.
Rache und Haß für durch Deutsche erlittenes Unrecht waren oft Auslöser für Pogrome und Gewalt gegen Deutsche und Fremde direkt nach der Einstellung der offiziellen Kämpfe. Nicht selten wurden Deutsche jeder Altersgruppe von paramilitärischen Verbänden oder sogenannten Milizen/Polizeieinheiten gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben oder massakriert. Dies versetzte die deutsche Bevölkerung in Panik. Viele verließen daraufhin freiwillig ihre Heimat.
Die Umsiedlungspolitik der russischen Führung führte dazu, dass hunderttausende Polen ihre angestammte Heimat im Gebiet Lemberg und Galizien/polnische Ukraine verloren und in das durch den Krieg zerstörte Land Polen deportiert wurden.
Jeder dieser Transporte führte zu einem Austausch mit der deutschen in der Heimat verbliebenen Bevölkerung, die jetzt endgültig ihre Heimat durch Deportation in das Restdeutschland verloren. Die schlechten Erfahrungen mit den Russen veranlaßten viele dieser heimatlosen Deutschen einen Weg in die westdeutschen Gebiete zu suchen.
Das Problem dieser Flüchtlinge und Zwangsaussiedler wurde von den deutschen Behörden und den Besatzungsmächten gelöst, indem jeder Gemeinde und Stadt ein bestimmtes Kontingent an heimatlosen Personen zugewiesen wurde.
Niedersachsen als Flächenstaat mit einer relativ geringen Bevölkerungsdichte und mit einem hohen Bedarf an landwirtschaftlichen Arbeitskräften und Handwerkern bot vorwiegend Personen mit entsprechender Vorbildung eine neue Heimat.
Schlesien, Ostpreußen und Ost - Pommern waren ökonomisch ähnlich strukturiert. Landwirte und Handwerker fanden ihren Weg nach Niedersachsen. In dem übersichtlichen Gemeinwesen, das für die Orte in Niedersachsen, aber besonders für die Region Friesland charakteristisch ist, fanden sie bald eine neue Heimat. Ihre neue Heimat wurde durch ihre Kultur, ihre Traditionen und Erfahrungen beeinflußt und bereichert.
In Sillenstede und Umgebung wurden überwiegend Personen aus Schlesien, Ostpreußen und Ost - Pommern heimisch.
Quellenangabe:
Overesch, Manfred; " Das besetzte Deutschland 1945 - 1947" , Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1992
Persönliche Erzählungen der Großeltern:Unterlagen des BdV- Sillenstede
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2.1. Niederlassung der Flüchtlinge in Deutschland
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3. Herkunftsgebiete der Flüchtlinge aus dem Ortsverband Sillenstede
Geburtsorte
| Schlesien | Niederschlesien | Oberschlesien | ||
|---|---|---|---|---|
| Breslau | 5 | Falkenberg | 1 | |
| Goldberg | 1 | Kattowitz | 1 | |
| Groß-Wartenburg | 1 | Kreuzburg | 1 | |
| Guhrau | 2 | Loebschütz | 1 | |
| Liegnitz | 1 | Neiße | 16 | |
| Sudetenland | Aussig | 2 |
|---|---|---|
| Dux | 1 | |
| Freiwaldau | 2 | |
| Landskron | 1 | |
| Grünbachsee | 1 |
| Ostpreußen | Elbing | 4 |
|---|---|---|
| Elchniederungen | 1 | |
| Lyck | 1 | |
| Memel | 1 | |
| Samland | 1 | |
| Wehlau | 1 | |
| Suleiken | 1 |
| Danzig | Danzig-Land | 1 |
|---|
| Böhmen | Iglau | 1 |
|---|
| Pommern | Schlochau | 1 |
|---|
| Mecklenburg | Güstrow | 1 |
|---|
| Andere | Warschau | 2 |
|---|---|---|
| Kempen (Posen) | 1 | |
| Dresden | 1 | |
| Duisburg | 1 | |
| Halberstadt (Harz) | 1 | |
| Husum | 2 | |
| Weimar | 1 | |
| Wittmund | 1 | |
| Klagenfurt (Österreich) | 1 |
Zusammenfassung-Herkunft der Mitglieder
| aus Schlesien insgesamt | 59 |
| davon aus Niederschlesien | 39 |
| aus Oberschlesien | 20 |
| aus dem Sudetenland | 7 |
| aus Böhmen | 2 |
| aus Ostpreßen | 10 |
| aus Danzig | 1 |
| aus Pommern | 1 |
| aus Mecklemnburg | 1 |
| aus anderen Gebieten | 11 |
|
|
Herkunftsorte
| Schlesien | Niederschlesien | Oberschlesien | ||
|---|---|---|---|---|
| Breslau | 4 | Grottkau | 1 | |
| Goldberg | 2 | Kreuzberg | 2 | |
| Guhrau | 2 | Neiße | 17 | |
| Liegnitz | 1 | |||
| Militsch | 1 | |||
| Neumarkt | 1 | |||
| Ohlau | 16 | |||
| Reichenbach | 14 | |||
| Schweidnitz | 2 | |||
| Strehlen | 1 | |||
| Sudetenland | Aussig | 2 |
|---|---|
| Dux | 1 |
| Preßnitz | 1 |
| Zwittau | 1 |
| Deutsch-Schützedorf | 1 |
| Ostpreußen | Elbing | 4 |
|---|---|---|
| Marienwerder | 1 | |
| Lyck | 1 | |
| Memel | 1 | |
| Samland | 1 | |
| Schillen | 1 | |
| Suleiken/Treuburg | 1 |
| Danzig | Danzig-Land | 1 |
|---|
| Pommern | Schlochau | 1 |
|---|
| Mecklenburg | Güstrow | 1 |
|---|---|---|
| Waren | 3 |
| Andere | Warschau | 1 |
|---|---|---|
| Berlin | 2 | |
| Halle | 1 | |
| Wilhelmshaven | 1 |
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4. Angaben zu den Mitgliederlisten
4.1. Anteile männlicher und weiblicher Bevölkerung
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4.2. Durchschnittsalter der Flüchtlinge
| [ 1. ] | [ 2. ] | [ 2.1 ] | [ 3. ] | [ 4. ] | [ 4.1 ] | [ 4.3 ] | [ 5. ] | [ Anfang ] |
4.3. Jährliche Beitritte in den Ortsverband Sillenstede
| [ 1. ] | [ 2. ] | [ 2.1 ] | [ 3. ] | [ 4. ] | [ 4.1 ] | [ 4.2 ] | [ 5. ] | [ Anfang ] |
5. Untersuchung über die berufliche Situation der Flüchtlinge im Ortsverband Sillenstede
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